Diese Veranstaltung ist vorbei
Beginn
1. September 2023 19:30
Ende
1. September 2023 21:30
Adresse
Ruhrtalstraße 345, 45219 Essen   View map

Tickets: 25,00 € / 18,00 € (Schüler, Studenten & Auszubildende)
Abendkasse & Einlass: ab 18:30 Uhr
Veranstalter: Interessengemeinschaft Bahnhof Kettwig e.V.

Tickets buchbar unter

RESERVIX

oder persönlich im Büro des Alten Bahnhofs Kettwig
oder bei den Buchhandlungen Decker und Folgner in Essen-Kettwig

Kategorien: ,

Status

Diese Veranstaltung ist vorbei

0 Has Sold

Veranstaltungsdetails

Matthias Tretter – Sittenstrolch

Dass man das neue Programm von Mathias Tretter gesehen haben muss, ist ja keine Frage.
Darum gleich mal eine andere: Erinnern Sie sich an den herrlichen Satz „Der ist bei der Sitte“? Kein
ernstzunehmender Krimi kam früher ohne sie aus: die Sitte. Ein beherzt verlebter Polizist in Zivil, der zur Lösung
eines Falles nicht das Geringste beitrug, sich aber derart ölig an eine Theke schmierte, als würde er selbst keine
Perversion je verschmähen.

Diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen sind Hunderttausende bei der Sitte, und das ganz ohne Krimi und Polizei,
ja meist gar ohne Sex. Nicht mehr lange, und die Moral wird in Deutschland genauso gut bewacht wie bei den
Chinesen. Noch fehlt uns deren Sozialpunktesystem, dafür haben wir Twitter. Was in China die Diktatur erledigt,
übernimmt hier der Mob. Dort digitale Aufrüstung, hier Entrüstung.

Welch ein fantastisches Klima für Satire!  Das meint zumindest Tretter, der sein Glück kaum fassen mag: „Ich
war immer neidisch auf Komiker in Diktaturen – wenn jeder Witz dein letzter sein kann, fühlst du dich gebraucht.
Soweit ist es zwar noch nicht; aber die schiere Anzahl ehrenamtlicher Bedenkenträger, die wir schon haben,
zeigt doch: Selten war ein Strolch so notwendig wie heute!“ Man ahnt: Das kann ja heiter werden – so sehr, dass
danach wieder getwittert wird.
Oder nochmal Tretter: „Sittenstrolch, mein siebtes Solo. Das erste mit Humor.“

“Wer es nicht schafft, sich von der Couch aufzuraffen, wird auch nie erleben, wie unterhaltsam, erhellend und
herrlich komisch so ein Kleinkunstabend mit politischem Kabarett sein kann. Tretter schafft es, bei gleichbleibend
hohem intellektuellen Anspruch in einem derart unverschämt locker-nonchalanten Duktus und Habitus zu reden
und zu spielen, dass man in Gedanken noch kein halbes Mal abschweift.“ (Süddeutsche Zeitung)

Regie: Mathias Repiscus